Bei meinem ersten Kind, Safiya, wollte ich gerne Baby-led Weaning (BLW) ausprobieren: sie selbst entdecken lassen, was Essen eigentlich ist. Bei meinem zweiten, Ilyas, gab ich ihm ebenfalls den Raum, selbst zu fühlen, zu greifen und zu schmecken. Ich merkte, wie gut es mir tat, nicht nur darauf zu schauen, wie viel gegessen wurde, sondern auch darauf, was alles dabei entdeckt wurde.
Denn ein erstes Häppchen ist so viel mehr als nur Essen. Es ist das Kennenlernen eines neuen Geschmacks, das Festhalten eines Löffels und manchmal vor allem das Untersuchen mit den Händen, was da vor einem liegt. Und ja, hin und wieder landet auch mal etwas neben dem Teller oder auf dem Boden!
Das sind die Dinge, die ich selbst gerne gewusst hätte, als wir anfingen.
1. Es muss noch keine Mahlzeit sein
Zwischen 4 und 6 Monaten kannst du mit kleinen Übungshäppchen beginnen. Ein paar Löffelchen reichen dann völlig aus. Dein Baby lernt neue Geschmäcker kennen und übt das Essen; Muttermilch oder Fläschchennahrung bleiben in dieser Zeit die wichtigste Nahrungsquelle.
Das fand ich einen schönen Gedanken: Es muss nicht sofort ein ganzes Schälchen leer gegessen werden.
2. Beginne in einem ruhigen Moment
Ein Kind, das müde ist oder sehr großen Hunger hat, wartet meist nicht auf etwas Unbekanntes auf einem Löffel. Wähle lieber einen Zeitpunkt, an dem ihr beide entspannt seid. Wird das Häppchen ausgespuckt oder dreht dein Baby den Kopf weg? Dann kannst du es später einfach nochmal versuchen.
3. Lass dein Kind auf seine eigene Weise entdecken
Was ich bei Ilyas so schön fand, war, ihn auch selbst entdecken zu lassen. Essen fühlen, versuchen, einen Löffel zu halten und neugierig auf das zu sein, was auf dem Tisch steht: Das alles gehört zum Essenlernen dazu.
Du musst dich dabei nicht zwischen "nur selbst greifen lassen" oder "nur mit dem Löffel füttern" entscheiden. Schau vor allem, was in dem Moment zu deinem Kind passt, und biete das Essen in einer Struktur an, mit der es gut zurechtkommt.
4. Halte die ersten Geschmacksrichtungen einfach
Ein wenig fein püriertes Gemüse oder Obst ist ein schöner Anfang. Indem du Geschmäcker erst einmal einzeln anbietest, bekommt dein Baby die Chance, sie kennenzulernen. Ein überraschtes Gesicht bedeutet nicht sofort, dass etwas nicht schmeckt. Manchmal ist ein Geschmack einfach nur neu.
5. Mache Häppchen schrittweise stückiger
Beginne fein püriert und passe die Struktur Schritt für Schritt an, wenn das Essen gut klappt. Bleib während des Essens immer bei deinem Kind und lass es ruhig aufrecht sitzen. Vorsicht auch bei Lebensmitteln, an denen sich kleine Kinder verschlucken könnten, wie ganze Weintrauben, Nüsse und harte Apfelstücke.
6. Vergiss Erdnuss und Ei nicht
Es wird empfohlen, Erdnussmus ohne Stückchen und gut durchgegartes Ei vor dem 8. Lebensmonat einzuführen. Hat dein Baby schwere Neurodermitis oder eine Lebensmittelallergie? Besprich dann bitte zuerst mit dem behandelnden Arzt oder Ernährungsberater, wie du damit beginnst.
7. Ein bisschen Kleckern gehört dazu
Als Mutter weiß ich mittlerweile: Ein sauberes Lätzchen am Ende der Mahlzeit ist kein Selbstzweck. Manchmal wird gegessen, manchmal wird vor allem gefühlt und entdeckt. Gerade diese kleinen Versuche sind schön mit anzusehen.
Für mich dreht sich gemeinsames Essen nicht um einen perfekten Teller oder eine leere Schüssel. Es geht darum, deinem Kind die Zeit zu geben, mit dem Essen vertraut zu werden – auf eine Art und Weise, die zu euch passt.
Du stehst also am Anfang dieser ersten Häppchen? Fang klein an, bleib dabei und gönn dir und deinem Baby den Raum zum Üben. Diese kleinen Momente am Tisch sind schon wertvoll genug.